Fachakademie für Sozialpädagogik (FAKS)

1. Erzieher/In werden

Der Ausbildungsweg erstreckt sich in der Regel über fünf Jahre (Vollzeit). Aufgabe der Erzieherin/ des Erziehers ist die Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen von 0-27 Jahren. Die Ausbildung endet bei erfolgreichem Durchlaufen mit der Anerkennung „zur staatlich anerkannten Erzieherin/ zum staatlich anerkannten Erzieher“.

Ausbildungsverlauf

1 + 2 Jahr: Sozialpädagogisches Seminar (1 + 2)
Abschluss: „staatlich geprüfte Kinderpflegerin/ staatlich geprüfter Kinderpfleger“
3 + 4 Jahr: Studienjahre an der Fachakademie für Sozialpädagogik (1 + 2)
5 Jahr: Berufspraktikum
Abschluss: „staatlich anerkannte Erzieherin/ staatlich anerkannter Erzieher“


Die Ausbildung „zur staatlich anerkannten Erzieherin/ zum staatlich anerkannten Erzieher“ ist im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) der Niveaustufe 6 zugeteilt, was den hohen Ansprüchen an dieses Berufsbild weitgehend gerecht wird.

Hinweis zur Fachhochschulreife

An der Fachakademie haben Sie zusätzlich die Möglichkeit die Fachhochschulreife zu erwerben.
Dies ermöglicht Ihnen später ein weiterführendes, fachgebundenes Studium an einer Hochschule, z.B. Soziale Arbeit oder Kindheitspädagogik.

Arbeitsfelder des Erziehers
  • Kindertageseinrichtungen (Krippen, Kindergärten, Horte, Häuser für Kinder,…)
  • Schulische Ganztagsangebote (außerschulischer Bereich)
  • Maßnahmen der Hilfen zur Erziehung und der Eingliederungshilfe (Heime für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Heilpädagogische Einrichtungen, Tagesgruppen,…)
  • Offene Kinder- und Jugendarbeit

2. Sozialpädagogisches Seminar (SPS 1 + 2)

Sozialpädagogische Erstausbildung und Ziel

Das Sozialpädagogische Seminar erstreckt sich über den Zeitraum von zwei Jahren (Vollzeit) und ist ein beruflicher Vorbildungsweg für die Erzieherausbildung. Es soll zur Mitarbeit in verschiedenen Arbeitsfeldern befähigen, insbesondere bei der Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern im vorschulischen Alter oder frühen Schulalter.

Voraussetzungen
  • Mittlere Reife
  • Ärztliche Bescheinigung über Berufseignung
  • Sechs Monate Probezeit
Ablauf SPS 1 + 2

Die Schüler sind in der Regel einen Tag in der Woche an der Fachakademie für Sozialpädagogik und vier Tage an ihrer Praxisstelle (z.B. Krippe, Kindergarten, Hort, Schulvorbereitende Einrichtung, Nachmittagsbetreuung an Schulen …), die in den beiden Jahren mindestens einmal gewechselt werden muss. Zwei bis dreimal pro Schuljahr finden sogenannte „Blockveranstaltungen“ statt. Diese dauern meist eine Woche und können auch an außerschulischen Veranstaltungsorten stattfinden (z.B. „Hütten“, Jugendherbergen, „Erdhöhlen“ etc.).

Unterrichtsfächer

An den Seminartagen/-veranstaltungen erfolgt der Unterricht in folgenden Fächern:

  • Pädagogik und Psychologie
  • Deutsch und Kommunikation
  • Englisch
  • Recht und Verwaltung
  • Musische Gestaltung und Bewegungserziehung
  • Naturwissenschaft und Gesundheit
  • Religionspädagogik und ethische Erziehung
  • Praxis- und Methodenlehre
Prüfung

Am Ende des zweiten Schuljahres findet eine verbindliche Abschlussprüfung (schriftlich/ mündlich) statt. Diese ist in allen Pflichtfächern abzulegen. Bei erfolgreichem Bestehen berechtigt diese zur Führung der Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfte Kinderpflegerin/ staatlich geprüfter Kinderpfleger“. Diese wiederum ist u.a. Voraussetzung für die Aufnahme in das erste Studienjahr an der Fachakademie für Sozialpädagogik.


3. Fachakademie für Sozialpädagogik (1. + 2. Studienjahr)

Berufsbild und Ziel

Die Ausbildung zur/zum staatlich anerkannten ErzieherIn erstreckt sich über den Zeitraum von drei Jahren (Vollzeit) und ist eine berufliche Weiterbildung. Erzieher nehmen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsaufgaben für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 0-27 Jahre in den verschiedenen Arbeitsfeldern selbstständig und eigenverantwortlich wahr. Sie arbeiten familienergänzend, – unterstützend oder -ersetzend (vgl. SGB VIII, § 7).

Voraussetzungen

Die Ausbildung zur Erzieherin/ zum Erzieher setzt somit u.a. voraus, dass sie entweder
a) das „Sozialpädagogische Seminar“
oder
b) die Ausbildung zur Kinderpfleger/in
erfolgreich durchlaufen haben.

 

Ablauf FAKS 1+2

Die theoretische Ausbildung an der Fachakademie findet in Vollzeit statt. In die beiden Studienjahre sind Blockpraktika integriert.

Lernfelder

Der Unterricht an der Fachakademie erfolgt lernfeldbezogen. Folgende Lernfelder werden im Rahmen der beiden Studienjahre behandelt:
LF1: Berufliche Identität und professionelle Perspektiven weiterentwickeln
LF2: Pädagogische Beziehungen gestalten und mit Gruppen pädagogisch arbeiten
LF3: Lebenswelten und Diversitäten wahrnehmen, verstehen und Inklusion fördern
LF4: Sozialpädagogische Bildungsarbeit in den Bildungsbereichen professionell gestalten
LF5: Erziehungs- und Bildungspartnerschaften mit Eltern und Bezugspersonen gestalten sowie Übergänge unterstützen
LF6: Institution und Team entwickeln sowie in Netzwerken kooperieren
Vertiefungsgebiete (z.B. Kindheit; Jugend; junge Erwachsene)

Unterrichtsfächer (2880 Gesamtstunden)

In den beiden Studienjahren erfolgt der Unterricht in folgenden Fächern:

  • Pädagogik/ Psychologie/ Heilpädagogik
  • Sozialkunde/ Soziologie
  • Mathematisch-naturwissenschaftliche Erziehung
  • Ökologie/ Gesundheitspädagogik
  • Recht und Organisation
  • Literatur- und Medienpädagogik
  • Englisch
  • Deutsch
  • Theologie/ Religionspädagogik nach Konfession/Ethik
  • Praxis- und Methodenlehre mit Gesprächsführung
  • Kunst- und Werkpädagogik
  • Musik- und Bewegungspädagogik
  • Übungen
  • Sozialpädagogische Praxis
  • zzgl. Wahl(-pflicht)fächer (z.B. Qualitätsmanagement in sozialen Einrichtungen, Erlebnispädagogik, Transitionen der frühen Kindheit, Kultursensitive Pädagogik, Umweltpädagogik, Instrumentalunterricht, Forschungslabor, „Welterleben“ etc.)
  • Zusatzfächer (bei Erwerb der gebundenen Fachhochschulreife)
Prüfung

Am Ende des vierten Jahres erfolgt eine verbindliche Abschlussprüfung (schriftlich/ mündlich). Diese ist in allen Pflichtfächern abzulegen. Sie berechtigt jedoch noch nicht zur Führung der Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannte/r ErzieherIn“. Diese Berechtigung wird bei erfolgreichem Durchlaufen des Berufspraktikums erworben.


4. Berufspraktikum (5. Jahr)

Berufspraktikum und Ziel

Das Berufspraktikum, auch als „Anerkennungsjahr“ bezeichnet, dient im Anschluss an die bestandene Abschlussprüfung der fachgerechten Einarbeitung in die Berufspraxis (FakO).

„Der Berufspraktikant soll befähigt werden

  • seine theoretischen Kenntnisse selbstverantwortlich in der Praxis anzuwenden und zu erweitern
  • Konzeptionen zu erfassen, Erziehungsarbeit zu planen und in die Erziehungspraxis umzusetzen
  • eine Gruppe sowohl selbstständig als auch in Zusammenarbeit mit einer Hilfskraft zu führen
  • konstruktiv im Team zu arbeiten
  • die Zusammen mit den Eltern“ (FakO)
Ablauf

Das Berufspraktikum findet überwiegend in der Praxis statt. An einigen Tagen sind sie an der Fachakademie zu den Seminartagen/-veranstaltungen. Im Laufe des Jahres ist u.a. eine Facharbeit anzufertigen, sowie am Ende des Jahres eine praktische Prüfung und ein Kolloquium abzulegen (FakO).

Abschluss

Bei erfolgreichem Durchlaufen des Berufspraktikums erhalten Sie die Anerkennungsurkunde, die Sie zur Führung der Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannte/r ErzieherIn“ berechtigt.


5. Rechtliche Grundlagen

Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Lehrplan für das Sozialpädagogische Seminar, Ausbildungsrahmenplan 1. + 2. Jahr, i.d.d.g.F.
Lehrplan für die Fachakademie für Sozialpädagogik auf Grundlage des länderübergreifenden Lehrplans, landesspezifisch angepasst, 1. + 2. Studienjahr, i.d.d.g.F. Juli 2013 Stand: 01.01.2017
Schulordnung für die Fachakademien (FakO) i.d.d.g.F.
Bayerisches Erziehungs- und Unterrichtsgesetz (BayEUG) i.d.d.g.F.

 

„Zeit für eine neue Generation - Zeit für eine neue Definition menschlicher Eliten…!“